Pottkieker - Pressmitteilungen

Dulsberg
29.10.13

Abendblatt-Leser fordern: Rettet den Pottkieker!

Von Volker ter Haseborg
Foto: Marcelo Hernandez
 
Hamburger wollen mit Spenden die Schlie├čung der Dulsberger Sozialk├╝che f├╝r alte Menschen verhindern. Sozialsenator Scheele will sich f├╝r den Erhalt einsetzen.
 


Hamburg. Der ├Ąltere Herr aus Fuhlsb├╝ttel wollte einfach nur helfen. Er habe nicht viel Geld, aber in seinem Garten stehe ein Apfelbaum, sagte er am Telefon. Er wolle seine ├äpfel gerne f├╝r die bed├╝rftigen Menschen vom "Pottkieker" spenden. Weil er zeigen m├Âchte, dass das Projekt erhalten bleiben soll.

Es sind Gesten wie diese, die zeigen, warum Hamburg die Bundeshauptstadt der Stiftungen und Spender ist.

Das Abendblatt hatte in der Wochenend-Ausgabe ├╝ber den "Pottkieker" berichtet. Die Sozialk├╝che am Alten Teichweg in Dulsberg bietet an jedem Werktag Mittagessen f├╝r Bed├╝rftige an. Es kommen an manchen Tagen mehr als 100 Besucher. Die meisten von ihnen sind bed├╝rftige Rentner ÔÇô und damit die Gesichter zu den Zahlen des Statistischen Bundesamtes: Hamburg ist n├Ąmlich auch die Hauptstadt der armen Rentner. 21.000 Hamburger im Alter von ├╝ber 65 Jahren haben so wenig Rente, dass der Staat mit der sogenannten Grundsicherung helfen muss.

In der vergangenen Woche hat Projektleiterin Carmen Kr├╝ger den alten Menschen in Dulsberg gesagt, dass der "Pottkieker" zum 1. Dezember schlie├čen muss. Hunderte alter Menschen w├╝rden nicht nur einen Ort verlieren, wo es ein Mittagessen f├╝r drei Euro gibt. Sondern auch einen Ort der Begegnung ÔÇô Einsamkeit ist in vielen F├Ąllen schlimmer als finanzielle Armut.

Der Tr├Ągerverein "Mook wat" verliert staatliche F├Ârdermittel: 15 Mitarbeiter gibt es in der Sozialk├╝che. Sechs Stellen werden mit EU-Geld finanziert, die F├Ârderung endet im kommenden Jahr. Die anderen neun Mitarbeiter werden von der Bundesagentur f├╝r Arbeit bezahlt, weil sie im "Pottkieker" wieder in die Arbeitswelt eingegliedert werden sollen. Doch auch hier f├Ąllt eine Stelle weg. 70.000 Euro fehlen, damit der "Pottkieker" im Jahr 2014 weitermachen kann. 38.000 Euro wollte ein Spender zur Verf├╝gung stellen. Bleiben 32.000 Euro.

+++Leserbriefe: Rettet den Pottkieker!+++

Jetzt gibt es Hoffnung. Auf den Artikel hin haben sich viele Leser beim Abendblatt und beim Verein "Mook wat" gemeldet. Sie wollen helfen ÔÇô und spenden. Sollten diese Spenden flie├čen, k├Ânnen die Macher und die Besucher des "Pottkiekers" optimistisch sein.

Projektleiterin Carmen Kr├╝ger hat Anrufe von Menschen bekommen, die nicht viel Geld haben. Aber sie wollen zehn Euro im Monat geben. Es gab auch Anrufe von Unterst├╝tzern, die hohe Spenden zusagten. Ein Unternehmer rief an und sagte, dass er sich nicht nur mit Geld engagieren wolle. Sondern auch mit seinem Wissen, das beim Management eines solchen Projektes n├╝tzlich sein k├Ânne.

Eine langfristige Finanzierung ÔÇô das ist das Anliegen von Projektleiterin Kr├╝ger. Auch die Politik will sich jetzt f├╝r den "Pottkieker" einsetzen. Am Donnerstag findet im Bezirksamt Nord eine Sitzung statt: Teilnehmen werden Vertreter der Sozialbeh├Ârde, der Arbeitsagentur, des bisherigen Tr├Ągers und des Bezirksamts. Sozialsenator Detlef Scheele (SPD) erkl├Ąrt dazu: "Wir sind am Erhalt interessiert und bem├╝hen uns gemeinsam mit Partnern."